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Reha - Dienst PRISMA
Förderung der selbständigen Lebensführung blinder und sehbehinderter Menschen
"PRISMA" ist der Rehabilitationsdienst des Blinden- und Sehbehindertenvereins Bremen e. V. und bietet Unterricht in lebenspraktischen Fähigkeiten an. Dieser wird von einer qualifizierten Rehabilitationslehrerin durchgeführt, deren spezielle Ausbildung vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband und den Berufsvereinigungen anerkannt ist.
Die Rehabilitationslehrgänge orientieren sich an den Vorerfahrungen und Bedürfnissen der Betroffenen. Sie werden grundsätzlich als Einzelunterricht in der Wohnung des sehgeschädigten Menschen durchgeführt.
Die inhaltliche Arbeit konzentriert sich auf folgende Schwerpunkte:
Lebenspraktische Fähigkeiten
- Essensfertigkeiten (Handhabung des Bestecks)
- Kochen (sicheres Arbeiten am Herd)
- Körperpflege (Fingernagelpflege)
- Kommunikation (Umgang mit Geld, Telefonieren, Lesen und Schreiben der Punktschrift)
- Kleiderpflege (Bügeln, Schuhe putzen)
- Nähen (Knöpfe annähen)
Frühförderung
- Förderung blinder und sehbehinderter Kinder vom ersten Lebensjahr bis zur Einschulung
- Beratung der Eltern
Hilfsmittelberatung
- Beratung über blindenspezifische Hilfsmittel für Haushalt, Freizeit usw.
- Praktischer Einsatz derartiger Hilfsmittel im lebenspraktischen Bereich (z. B. von Diktiergeräten zur Erstellung eigener Notizen)
Fortbildung
- Einzelfallbezogene Fortbildungsmaßnahmen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einen sehgeschädigten Menschen in einer Einrichtung begleiten, der am Unterricht der Lebenspraktischen Fähigkeiten teilnimmt.
- Allgemeine Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für Beschäftigte in Einrichtungen mit blinden und sehbehinderten Menschen aller Altersgruppen (z.B. Erzieherinnen und Erzieher aus Kindertagesstätten im integrativen Bereich)
"Für das Lernen ist man nie zu alt!"
Auch für das Erlernen der Punktschrift gibt es keine Altersgrenze. Hier kommt es vielmehr auf die Motivation, auf die Lernlust an, zum Beispiel auf den Wunsch, sich wieder eigene Notizen wie Adressen und Telefonnummern zu machen, sich Kassetten und CDs zu beschriften, wieder ein Tagebuch zu führen und schließlich wieder Bücher und Zeitschriften, Kochrezepte oder das Radio und TV-Programm lesen zu können. Das Lesetempo eines sehenden Menschen wird zwar nicht mehr erreicht werden, es genügt aber, um sinnvoll und zufriedenstellend langweilende Stunden auszufüllen.
Punktschrift ein Bereich der Frühförderung
Sehenden Kindern wird die Schrift, die sog. Schwarzschrift (schwarz auf weiß) bereits seit ihrer frühen Kindheit ohne Mühen seitens der Eltern nahegebracht. Überall begegnen sehende Kinder ihrer Schrift: über die herumliegenden Zeitungen und Bücher, das Fernsehen, das Namenschild an der Haustür und vor allen Dingen bei den großen Buchstaben der Eisfahne vor dem Eissalon. Diese ganz frühen Schrifteindrücke bleiben dem blinden und auch oft dem sehbehinderten Kind verborgen.
Es ist nicht erforderlich, dem blinden Kind das Punktschrift-Alphabet bis zum Eintritt in die Schule beigebracht zu haben. Vielmehr ist es wichtig, dem Kind spielerisch Punkte und Pünktchen in verschiedenen Materialien nahe zu bringen. Das Kind nimmt die verschiedenen Formen der Punktanordnung wahr. Ganz wichtig ist das gemeinsame Lesen und Vorlesen von Punktschriftbilderbüchern.
Die alltäglichen Dinge "wieder in die eigene Hand" nehmen
Nach dem Eintritt einer Sehschädigung können alltägliche Erledigungen, wie z. B. das Eingießen des Kaffees aus einer hohen Kanne in die Tasse, der Umgang mit Geldscheinen und Münzen oder auch die Fingernagelpflege plötzlich große Schwierigkeiten bereiten. Geeignete Hilfsmittel können dabei helfen, diese Schwierigkeiten zu verringern oder sie sogar zu beseitigen.
Auch das Essen mit Messer und Gabel kann für viele blinde oder stark sehbehinderte Menschen zunächst ein Problem darstellen: die Salatblätter sind zu groß, die Orientierung auf dem Teller fehlt oder die Butter ist zu dick und nur an einigen Stellen auf dem Brot verteilt. Diese frustrierenden Erfahrungen führen nicht selten zum Verzicht auf lieb gewonnene Speisen und Restaurantbesuche werden vollends unterlassen, um eine Blamage in der Öffentlichkeit zu vermeiden. Die Gefahr von Isolation besteht.
Im Rahmen eines Rehabilitationslehrgangs in "Lebenspraktischen Fähigkeiten" kann den negativen Auswirkungen der Behinderung entgegengewirkt werden. Eine gezielte Anleitung durch unsere Rehabilitationsfachkraft kann dazu ermutigen, schrittweise die alltäglichen Dinge selbst "wieder in die Hand zu nehmen" und damit eventuell verloren gegangenes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zurück zu erlangen.
Ein erster Hausbesuch unserer Rehabilitationslehrerin ist kostenlos.
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Reha - Dienst PRISMA
Schwachhauser Heerstr. 266
28359 Bremen
Telefon: 0421 / 24 40 16 - 12